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Deutschland: Zwei Millionen Kinder weniger als vor zehn Jahren

Geschrieben von (pm) am 03.08.2011
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Deutschland ist 2011 das kinderärmste Land in Europa. Nur noch 16,5 Prozent der gut 81 Millionen Menschen in der Bundesrepublik sind jünger als 18 Jahre. Allein in den vergangenen zehn Jahren schrumpfte die Zahl der Minderjährigen um 2,1 Millionen auf 13,1 Millionen, wie das Statistische Bundesamt gestern mitteilte.

Ein weiteres Ergebnis des Bericht "Wie leben Kinder in Deutschland?" lautet: Jedes sechste Kind gilt als arm. Besonders hart und besonders häufig trifft dies Kinder von Alleinerziehenden. Während in Westdeutschland seit 2000 die Zahl der Kinder um zehn Prozent sank, fiel der Rückgang im Osten mit 29 Prozent noch gravierender aus.

Auch in den Familienstrukturen gibt es deutliche Unterschiede zwischen West und Ost: Im alten Bundesgebiet leben noch 79 Prozent der Minderjährigen bei ihren verheirateten Eltern. In den neuen Ländern sind es nur noch 58 Prozent. Bundesweit gelten 15 Prozent der Kinder als arm, weil die Bezüge ihrer Eltern einschließlich staatlicher Hilfen unter dem statistischen Schwellenwert von 11 151 Euro pro Jahr liegen. Ende vorigen Jahres lebten nach der Statistik 1,96 Millionen Kinder und Jugendliche in Hartz-IV-Bedarfsgemeinschaften.

In Frankreich liegt der Anteil der unter 18-Jährigen an der Gesamtbevölkerung mit mehr als 22 Prozent deutlich höher als hierzulande. Bereits seit den frühen 80er Jahren ist man dort bemüht, mit gezielter Familienpolitik die Geburtenrate zu steigern. Aber auch Großbritannien, die Niederlande und die skandinavischen Länder kommen auf einen Anteil von über 20 Prozent. Die meisten Kinder und Jugendlichen im europäischen Raum leben in der Türkei: Dort ist fast jeder Dritte (31,2 Prozent) der gut 72 Millionen Einwohner jünger als 18 Jahre.

Quelle: www.saarbrücker-zeitung.de vom 04.08.2011 (Auszüge)


Letzte Änderung: 04.08.2011 um 10:06

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