Kirchenjahr

 Das Kirchenjahr  

Das Kirchenjahr in der katholischen Kirche beginnt nicht zum Jahresbeginn, sondern schon früher, nämlich am ersten Advent. Auf ihn folgt die Weihnachtszeit, die mit dem sechsten Januar endet. Einen weihnachtlichen Nachklang gibt es am 2. Februar, am Fest Maria Lichtmess, 40 Tage nach Weihnachten.

 

Zwischen dem 6. Januar und dem Aschermittwoch folgt die Zeit  im Jahreskreis, sie hat keine besondere Prägung. Vom Aschermittwoch bis zum Karsamstag befinden wir uns in der Fastenzeit. Dann folgt Ostern, zwischen Ostern und Pfingsten (als Abschluss der geprägten Zeit) zählt man sieben Wochen. Der Sonntag nach Pfingsten ist der Dreifaltigkeitssonntag.

 

Nun folgt wieder die Zeit im Jahreskreis, die nur von einigen besonderen Festtagen unterbrochen wird. Das Kirchenjahr endet  mit dem Christkönigssonntag. Da dieser Festzyklus sich an den Ereignissen des Lebens Jesu orientiert nennt man das Kirchenjahr auch das „Herrenjahr“.


Neben den Herrenfesten gibt es noch den Heiligenkalender. Die Kirche gedenkt ihrer Heiligen, vor allen aber der Gottesmutter Maria, an ganz bestimmten Tagen. (pm)


Gedanken zum Allerseelenmonat November

Geschrieben von (pm) am 25.06.2011
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Liebe Leserinnen und Leser!

In einigen Wochen ist es wieder soweit und der November steht vor der Tür. Traditionell der Monat, in dem wir der Verstorbenen in intensiverer Weise gedenken. Vor allem zu Beginn des Monats am Fest Allerheiligen gehen wir auf die Friedhöfe, zünden Kerzen an und beten für den Verstorbenen, der uns besonders am Herzen liegt und dessen Andenken für uns wichtig ist.
 
Auch besteht die Möglichkeit, vom Fest Allerheiligen an, eine Woche für die Verstorbenen Ablässe zu empfangen und für die Toten zu beten. Diese und auch viele andere Möglichkeiten stehen den Gläubigen zur Verfügung, um denen, die ihnen im Leben wichtig waren, auch über den Tod hinaus nahe zu sein.
 
Der Grundgedanke aber, für die Verstorbenen zu beten, findet sich schon in der Heiligen Schrift. Im zweiten Buch der Makkabäer (12,42-45) heißt es, dass der Feldherr Judas Makkabäus nach einer gewonnenen Schlacht für die Gefallenen, die Amulette einer fremden Gottheit als Glücksbringer mitführten, eine Sammlung durchführte, um für sie ein Entsühnungsopfer im Tempel darbringen zu lassen, „damit die begangene Sünde wieder völlig ausgelöscht werde“. Anschließend betont der Verfasser des Buches: „Hätte er nicht erwartet, dass die Gefallenen auferstehen werden, wäre es nämlich überflüssig und sinnlos gewesen, für die Toten zu beten. Auch hielt er sich den herrlichen Lohn vor Augen, der für die hinterlegt ist, die in Frömmigkeit sterben. Ein heiliger und frommer Gedanke! Darum ließ er die Toten entsühnen, damit sie von der Sünde befreit werden.“
 
Aus dieser Schriftstelle und auch aus weiteren Hinweisen im Neuen Testament und sowohl aus der jüdischen und frühchristlichen Tradition, begründet die Kirche die Lehre, dass auch im Jenseits noch den Verstorbenen geholfen werden kann, die zwar gottverbunden, aber noch nicht von den Folgen ihrer Makel und Fehler befreit gestorben sind.
 
Die deutschsprachigen Christen haben für diesen „Zustand“ den Begriff des Fegfeuers entwickelt, in anderssprachigen Ländern z. B. in Frankreich spricht man auch von den „Heiligen Seelen“, die sich zwar ihrer Erlösung bewusst sind (so wie es die Lehre der Kirche auch aussagt), aber noch einige Zeit der Anschauung Gottes entbehren müssen, da die Folgen ihrer Sünden auf Erden noch nicht gesühnt sind. Im allgemeinen Sprachgebrauch der kirchlichen Dogmatik wird aber vom „Reinigungsort“ (Purgatorium) gesprochen. Da überall wo sich die Seele auch immer „aufhalten“ mag, ein „Ort“ ist, der trotz allem von der Liebe Gottes durchdrungen ist.
Aber wie findet die Reinigung statt und warum ist sie notwendig?
 
Im Allgemeinen kann man sagen, dass das „Feuer“ wie es sich für den Reinigungsort vorgestellt wird, nicht unbedingt physisch vorgestellt werden muss, sondern eher geistig und geistlich. Wir sprechen ja vom „Feuer der Liebe“ oder vom „Feuer des Hasses“, wenn wir die Emotionen Liebe und Hass besonders darstellen wollen und wissen genau was in diesem Bild gemeint ist.
 
Genauso ist das „Fegfeuer“ im Jenseits für die Verstorbenen, im Gegensatz zum „Höllenfeuer“ für die Verdammten, eigentlich das „Feuer der göttlichen Liebe“, ja das Feuer des Heiligen Geistes, welches sie vollkommen durchdringt und von dem reinigt was sie noch an die Folgen ihrer Fehler, Sünden und Schwächen an sich selbst und an die Erde bindet und sie vollkommen umwandelt in Heiligkeit und Gerechtigkeit vor Gott, „der uns läutert, wie das Gold, das im Feuer geläutert wird“. In diesem Zustand der Seele soll also aus dem Menschen das Beste herausgelöst werden und die Schlacke des alten Menschen aufgelöst werden, damit die Seele sich befreit zu Gott und in seine Herrlichkeit erheben kann.
Und was das Gebet, die Heilige Messe, die Gewinnung der Ablässe usw. von unsererseits nun bedeuten ist folgendes. Wir, hier im Diesseits, zeigen uns, da wir zum gesamten Volk Gottes gehören, dass Himmel, Erde und Jenseits umfasst, mit denjenigen Brüdern und Schwestern solidarisch, die sich nicht selber helfen können und auf unsere „Almosen“ des Gebetes angewiesen sind, damit der Herr sich seiner Kinder erbarme und die Zeit der Läuterung (siehe 2 Makk.) abkürze und sie aufnehme in seine Herrlichkeit. So bewahren wir also die Solidargemeinschaft, des gegenseitigen Gedenkens und Betens im Volk Gottes, da wir sicher sein können, dass diejenigen, die schon bei Gott sind, oder von uns Hilfe empfangen, auch für uns beten werden, da wir das was sie schon erreicht haben noch vor uns haben. (KaMiRa)
 

 


Letzte Änderung: 02.01.2014 um 19:02

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