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Open Doors: Kirche verharmlost Gewalt und Terror gegen Christen in Asylunterkünften (10.05.16)

Geschrieben von (ksf) am 09.05.2016
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www.youtube.com/watch

 

Kurzbericht zur Lage christlicher Flüchtlinge in Deutschland:

Die Aufnahme hunderttausender Flüchtlinge hat Deutschland vor große Herausforderungen gestellt. Ein Problem, das dabei bisher vernachlässigt wurde, ist die Häufung von Anfeindungen und Gewalt gegenüber Christen in den Flüchtlingsunterkünften. Deshalb hat Open Doors als ein Hilfswerk, das sich seit über 60 Jahren weltweit für verfolgte Christen einsetzt, eine Befragung unter christlichen Flüchtlingen in deutschen Unterkünften durchgeführt, die Verfolgung aufgrund ihres Glaubens erlebt haben.

Die Datenbasis

Basierend auf 231 bis zum 15. April ausgefüllten Fragebögen hat Open Doors in einem Bericht nun erste Ergebnisse vorgelegt. 82 % der Befragten sind Männer, die Hälfte aller Befragten ist jünger als 30 Jahre. Die meisten Teilnehmer der Studie kamen aus dem Iran (ca. 69 %), knapp 13 % aus Afghanistan und 5 % aus Syrien. 86 % der Befragten sind Christen muslimischer Herkunft, wobei der Großteil von ihnen schon in ihrem Heimatland zum christlichen Glauben übergetreten ist.

Arten der Verfolgung

Die christlichen Flüchtlinge haben angegeben, dass sie sowohl von Mitflüchtlingen als auch vonseiten des Wachpersonals Verfolgung erlebt haben. Drei Viertel der Befragten wurden wiederholt angegriffen. Am häufigsten tritt die Verfolgung in folgenden Formen auf (Anzahl der jeweils betroffenen Personen): Beleidigungen (96), Körperverletzung (86), Todesdrohungen gegen die eigene Person und/oder die Familie (73), laute religiöse Musik und/oder Gebete (62). Dazu kommen physische Angriffe wie Schlagen, Spucken und Schubsen sowie sexuelle Übergriffe.

Nur die Spitze des Eisberges

Zu den Zahlen ist zu bedenken, dass viele der christlichen Flüchtlinge Angst haben, noch mehr Schwierigkeiten zu bekommen, wenn sie von ihren Erlebnissen berichten. Sie befürchten zum Beispiel, dass die Informationen in falsche Hände gelangen und in den Heimatländern verbliebene Angehörige dadurch in Gefahr gebracht werden könnten. Andere haben bereits resigniert und die Hoffnung auf Hilfe aufgegeben. Zudem ist die Durchführung der Studie von den zeitlichen Kapazitäten in der Flüchtlingsarbeit tätiger, lokaler Vertrauenspersonen abhängig. Aufgrund dieser die Befragung hemmenden Faktoren ist von einer erheblich größeren Zahl von Vorfällen auszugehen.
Nur jeder Fünfte hat einen Vorfall bei der Polizei zur Anzeige gebracht; bezieht man die Meldungen an die Heimverwaltungen mit ein insgesamt. In den meisten Fällen wurde daraufhin nichts unternommen, um die Opfer zu schützen. Im Gegenteil: Häufig stoßen die Christen nur auf Unverständnis und müssen mit Gegenanzeigen rechnen, wodurch sich ihre Situation weiter verschlechtert. Außerdem stellen die Sprachbarrieren ein großes Hindernis dar, vor allem wenn muslimische Übersetzer falsche Informationen weitergeben.

Wünsche der Betroffenen

80 % der Befragten wünschen sich eine getrennte Unterbringung von Christen und Muslimen. Einige regten Schulungen für Flüchtlinge zum Thema Recht und Religionsfreiheit in Deutschland an; außerdem wurde vorgeschlagen, das verantwortliche Sicherheitspersonal hinsichtlich religiös motivierter Konflikte zu sensibilisieren.

Um einen entsprechenden Schutz für die christlichen Flüchtlinge in deutschen Unterkünften zu gewährleisten, wenden wir uns mit gezielten Forderungen an politische Entscheidungsträger.

(Quelle)

 


Letzte Änderung: 09.06.2016 um 22:09

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