Lehre der Kirche

Wenn manche Leute den Satz "Lehre der Kirche" hören, dann verdrehen sie die Augen und stellen auf Durchzug! Dabei keinen sie kaum oder gar nicht die offizielle Lehre der römisch katholischen Kirche. Sie hören, lesen und sehen das, was viele Medien aus ihr machen.

Möchten sie wissen, was die Kirche durch ihr Lehramt wirklich sagt?

Dann nutzen sie die Unterpunkte, um das nachzulesen, was sie  schon immer interessiert hat.

Viel Freude und vor allem viel Heiligen Geist dabei!

Noch etwas, für alle Texte der Päpste gilt selbstverständlich:

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Das katholische Glaubensbekenntnis 15

Posted by ksf (ksf) on 06.11.2010
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4) DIE RÖMISCHEN QUELLEN

Neben den jüdischen Quellen gibt es auch drei bedeutende römische Quellen. Es handelt sich dabei um Stellen in den Schriften von Plinius dem Jüngeren, von Tacitus und Sueton..

a) Der Brief von Plinius dem Jüngeren (62-114 n. Chr.) an Kaiser Trajan

Plinius der Jüngere (62-114 n. Chr.) war unter Kaiser Trajan (98-117 n. Chr.) Statthalter von Bithynien in Kleinasien. Da er des öfteren mit Christen in Berührung kam, schrieb er im Jahr 112 n. Chr. einen Brief an Kaiser Trajan, in dem er den Kaiser fragte, wie er sich den Christen gegenüber verhalten solle:

"Ich habe es mir zum Grundsatz gemacht, mein Herr, alles, worüber ich im Zweifel bin, dir zu berichten. Denn wer könnte mich bei meiner Unentschlossenheit besser leiten und bei meiner Unerfahrenheit besser belehren? An Gerichtsverfahren gegen die Christen habe ich nie teilgenommen, daher weiß ich nicht, was und wie sie bestraft und untersucht zu werden pflegt... Andere, von einem Ankläger mit Namen genannt, gaben unumwunden zu, dass sie Christen seien, stellten es aber dann gleich wieder in Abrede; sie seien zwar Christen gewesen, seien es aber jetzt nicht mehr... Sie versicherten aber, ihr ganzes Vergehen oder ihr Irrtum habe darin bestanden, dass sie gewohnt seien, an einem bestimmten Tage vor Sonnenaufgang zusammenzukommen und Christus als einem Gott im Wechselgesang Lieder zu singen. ... Die Angelegenheit schien mir einer Anfrage wert, besonders wegen der Zahl derjenigen, die in einen Prozess verwickelt sein könnten. Denn viele, jeden Alters, Standes und Geschlechts, kommen und werden noch in Gefahr kommen. Nicht nur die Städte, sondern auch die Dörfer und das flache Land hat dieser ansteckende Glaube erfasst, dem wohl noch Einhalt geboten oder abgeholfen werden kann...." ("Epistolae", X, 96)

Aus diesem Schreiben von Plinius dem Jüngeren geht hervor, dass die Christen bereits am Anfang des 2. Jahrhunderts in Kleinasien verbreitet waren. Diese Christen gingen wahrscheinlich aus jenen Gemeinden hervor, die der Apostel Paulus in Kleinasien gegründet hatte. (vgl. Apostelgeschichte Kap. 13, 14 und 16; Briefe an die Galater und Epheser).

b) Die "Jahrbücher" von Tacitus (55-120 n. Chr.)

Eine bedeutende Aussage über Jesus Christus findet sich in den "Jahrbüchern" von Tacitus. Tacitus war ein römischer Geschichtsschreiber, der von 55 bis 120 n. Chr. lebte. Um das Jahr 116 n. Chr. beschrieb er die wichtigsten Ereignisse, die in der Zeit von Tiberius bis Nero (14-68 n. Chr.) stattgefunden hatten. Im Zusammenhang mit dem Brand von Rom (64 n. Chr.) unter Kaiser Nero (54-68 n. Chr.) erwähnt er auch die Christen und Christus.

"Nicht durch menschliche Hilfe, nicht durch des Herrschers Spenden oder durch Sühneopfer für die Götter ließ sich der Schimpf wegwaschen, dass man glaubte, die Feuersbrunst sei von oben her befohlen worden. Um dieses Gerücht zu unterdrücken, hat Nero diejenigen als schuldig hingestellt und mit ausgesuchten Martern bestraft, die das Volk wegen ihrer Schandtaten hasste und Chrestianer nannte. Der Urheber dieses Namens, Christus, wurde unter der Regierung des Tiberius durch den Prokurator Pontius Pilatus der Todesstrafe überantwortet. Dieser verabscheuungswürdige Aberglaube wurde für den Augenblick unterdrückt, brach dann wieder von neuem auf, nicht nur in Judäa, wo das Übel seinen Ausgang genommen hatte, sondern auch in Rom." ("Annales", XX, 44)

c) Die "Kaiserviten" von Sueton (75-150 n. Chr.)

Ein wichtiger Hinweis auf die Christen findet sich auch in den "Kaiserviten" von Sueton, der von 75-150 n. Chr. lebte. Sueton war als Sekretär unter den Kaisern Trajan (98-117 n. Chr.) und Hadrian (117-138 n. Chr.) tätig. Er hatte Zugang zu den kaiserlichen Archiven. Um 120 n. Chr. verfasste er die "Kaiserviten", d. h. die Biographien der ersten zwölf römischen Kaiser. In der Lebensbeschreibung von Kaiser Claudius (41-54 n. Chr.) berichtet er, dass dieser die Juden und die Judenchristen aus Rom vertreiben ließ; in diesem Zusammenhang erwähnt er auch den Namen "Chrestus".

Diese außerbiblischen Quellen vermitteln uns einige wichtige Aussagen über Jesus Christus: Sie nennen seinen Namen, die berichten von seiner Herkunft, sie beschreiben sein Wirken, sie berichten von der Kreuzigung Jesu durch Pontius Pilatus unter Kaiser Tiberius und von der Ausbreitung des Christentums im Römischen Reich. Wir können also sagen, dass sich die wichtigsten Aussagen über den geschichtlichen Jesus auch in außerbiblischen Quellen finden lassen.

5) DAS LEBEN JESU

Wir wollen uns nun der Biographie von Jesu im einzelnen zuwenden. Wir müssen dabei aber vorausschicken, dass die biblischen Autoren nicht die Absicht hatten, uns eine Biographie im modernen Sinn zu liefern. Die Absicht dieser Autoren war es, die Gestalt Jesu in einem heilsgeschichtlichen Sinn darzustellen. Sie haben deshalb nur das über Jesus berichtet, was in einem heilsgeschichtlichen Sinn von Interesse war. Dennoch dürfen wir sagen, dass wir über einige Daten aus dem Leben Jesu verfügen und dass diese auch historisch fundiert sind. Die Forschungen von großen Forschern (Ricciotti, Garrigou-Lagrange, Vögtle, Benoit, Blinzler, Flusser, Laurentin, Pixner, Thiede) haben gezeigt, dass die Berichte des Neuen Testaments historisch weit fundierter sind, als von früheren und neueren Kritikern angenommen wurde.

 

Last changed: 07.11.2010 at 17:30

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