Zitate von Heiligen

Hl. Amadeus von Lausanne - 1

Geschrieben von (ksf) am 30.10.2011
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Vierte marianische Homilie

Der Finger Gottes

 

„Deine Hand soll mir helfen!“ (Ps 118,173). Den eingeborenen Sohn des Vaters nennt man die Hand Gottes, ihn, durch den Gott alles geschaffen hat. Diese Hand hat eingegriffen, als sie unser Fleisch annahm, und zwar nicht nur dadurch, dass sie der Mutter keinerlei Wunde zufügte, sondern sogar, nach dem Zeugnis des Propheten, indem sie unsere Krankheiten und Leiden auf sich nahm (Jes 53,4).

Und tatsächlich hat diese Hand, ganz gefüllt mit Heilmitteln und Medikamenten, jede Krankheit geheilt. Sie hat alles das beiseite geschoben, was den Tod bringt. Sie hat Tote auferweckt. Sie hat die Pforten der Hölle zerbrochen. Sie hat den Starken gefesselt und ihn seiner Waffen beraubt. Sie hat den Himmel geöffnet. Sie hat den Geist der Liebe ausgegossen in die Herzen der Ihren. Diese Hand befreit die Gefangenen und gibt das Licht den Blinden. Sie hebt empor, die gefallen sind. Sie liebt die Gerechten und beschützt die Fremden. Sie nimmt die Waise und die Witwe auf. Sie befreit aus der Versuchung all jene, die ihr zu unterliegen drohen. Sie stärkt diejenigen, die leiden. Sie gibt den Betrübten die Freude zurück. Sie hält ihren schützenden Schatten über die Bedrängten. Sie schreibt für die, die ihr Gesetz betrachten möchten. Sie berührt und segnet das Herz aller, die beten. Sie stärkt sie in der Liebe durch ihre Gegenwart. Sie lässt sie in ihren Werken voranschreiten und Ausdauer bewahren. Schließlich führt sie sie in das Vaterland und nimmt sie mit zum Vater.

Denn wenn sie Fleisch angenommen hat, dann um den Menschen durch den Menschen an sich zu ziehen, indem sie unser Fleisch mit ihrem Fleisch vereint, um in ihrer Liebe das verirrte Schaf zu Gott zurückzuführen, den allmächtigen und unsichtbaren Vater. Da dieses Schaf, indem es Gott verlassen hatte, der Fleischlichkeit verfallen war, war es notwendig, dass das Geheimnis der Fleischwerdung dieser Hand es an die Hand nahm, um es aufzuheben und zum Vater zurückzuführen (vgl. Lk 15,4f).

 

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Marienhomilien, Nr. 6; SC 72

 

 

«Er brachte hundertfache Frucht»

 

Er ist auf die Erde gefallen, ist gestorben und hat reiche Frucht gebracht (Joh 12,24). Er ließ sich wie ein Saatkorn fallen, um zur Erntezeit das Menschengeschlecht einfahren zu können. Selig der Schoß Mariens, wo solch eine Saat Wurzeln schlug. Selig ist die, zu der gesagt worden ist: „Dein Leib ist ein Weizenhügel, mit Lilien umstellt“ (Hld, 7,3). Ist er denn nicht wie ein Weizenhügel, der Schoß der Jungfrau, und ist er nicht weit geworden durch den, der sich in sie hineinfallen ließ und wo die ganze Saat der Erlösten aufgegangen ist? Ja, wir sind der Sünde in uns gestorben; durch das Bad der Wiedergeburt am Taufbrunnen werden wir für Christus neugeboren, damit wir in Dem leben, der für uns alle gestorben ist. Deshalb sagt der Apostel Paulus: „Ihr alle, die ihr auf Christus getauft seid, habt Christus (als Gewand) angelegt“ (Gal 3,27). Aus einem einzigen Saatkorn, einem Saatkorn, das dem Schoß der Jungfrau Maria entwuchs, kommen so zahlreiche Ernten.

Man nennt ihn Weizen-„Hügel“, nicht so sehr wegen der Vielzahl der Erlösten, sondern wegen der Kraft der Saat; wegen der Leistung des Sämanns mehr als wegen der Vielzahl der Erlösten... Er ist dein Sohn, Maria! Er ist am dritten Tag für dich von den Toten auferstanden, ist in deinem Fleisch über alle Himmel hinaufgestiegen, um alles zu vollenden. Du Selige, du bist im Besitz der Freude! Dir ist zuteil geworden, was du ersehnt hast, die Krone deines Hauptes... Freue dich und sei glücklich; denn der dein Ruhm ist, er ist auferstanden. Du hast dich gefreut ihn zu empfangen, du warst betrübt in seiner Passion: jetzt freue dich über seine Auferstehung! Niemand wird dir deine Freude nehmen, denn Christus, der Auferstandene, stirbt nicht mehr, der Tod hat keine Macht mehr über ihn (Röm 6,9).

 


Letzte Änderung: 10.02.2013 um 04:00

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