Zitate von Kirchenlehrern

Hl. Teresa von Avila - 1

Geschrieben von (ksf) am 07.02.2011
Zitate von Kirchenlehrern >>

 

 

 

"Der das Äußeres geschaffen hat, hat der nicht auch das Innere gemacht?"

 

Hätte ich es gleich verstanden, wie ich es jetzt verstehe, dass ein so großer König diesen kleinen Palast meiner Seele bewohnt, so will mir scheinen, dass ich ihn nicht so oft alleine gelassen hätte. Wenigstens manchmal hätte ich mich in seiner Gegenwart aufgehalten, und vor allem hätte ich darauf geachtet, dass mein Palast weniger schmutzig ist. Was für eine wunderbare Sache! Jener, der in seiner Erhabenheit tausend Welten und weitaus mehr ausfüllen würde, verschließt sich in einer so kleinen Wohnung! Es stimmt einerseits, dass er, weil er umfassender Herr ist, die Freiheit besitzt, und dass er andererseits, weil er voller Liebe zu uns ist, sich unserem Maß erreichbar macht.

Weil er weiß, dass eine Anfängerseele in Verwirrung geraten könnte, wenn sie sähe, wie sie so klein ist, aber dafür bestimmt ist, solche Größe zu fassen, gibt er sich nicht gleich zu erkennen. Doch ganz langsam lässt er ihre Fassungskraft größer werden im Verhältnis zu den Gnadengaben, die er sich anbietet, ihr zu verleihen. Die Macht ist es, die er hat, um diesen Palast unserer Seele weit zu machen, die mich sagen lässt, dass er in sich die Freiheit trägt. Der Hauptpunkt ist der, Ihm diesen Palast uneingeschränkt zu schenken und ihn vollkommen leer zu machen, damit Er ihn schmücken und ausstaffieren kann, wie es Ihm gefällt, so als wäre es Seine Wohnung. Unser Herr hat Recht, wenn Er möchte, dass es so sei. Verwehren wir es Ihm also nicht. Er möchte unserem Willen nicht Gewalt antun: Er nimmt an, was jener Ihm schenkt. Doch Er gibt sich nur dann zur Gänze, wenn auch wir uns gänzlich hingeben.

Die Sache ist sicher, und wenn ich sie euch so oft wiederhole, dann heißt das, dass sie sehr wichtig ist. Solange die Seele nicht ganz Ihm gehört und von allem gereinigt ist, solange handelt Er nicht in ihr. Und außerdem weiß ich gar nicht, wie Er es machen könnte, Der doch die Vollkommenheit so sehr liebt. Wenn wir den Palast mit allen möglichen Menschen anfüllen und allem möglichen Tant, wie kann dann der Souverän darin Platz für seinen Hof finden? Es ist schon viel, wenn Er inmitten all dieses Plunders einige Momente auszuharren gedenkt.

 

__________________________________________

 

Die Seelen-Burg, 4. Wohnung, Kap. 3

 

Wenn Gott uns die Gnade schenkt, dann hilft sie uns in hervorragender Weise dabei, ihn in unserem Inneren zu suchen. Und tatsächlich findet man ihn besser und gewinnbringender in sich selbst, als in den geschaffenen Dingen. Dort nämlich hat Augustinus ihn gefunden, wie er uns erzählt, nachdem er ihn an vielen anderen Orten gesucht hatte. Doch glaubt nicht etwa, dass ihr ihn findet aufgrund einfacher Überlegungen, indem ihr glaubt, er sei in euch, oder unter Zuhilfenahme der Einbildungskraft, mit der ihr euch vorstellt, er sei in euch. Diese Methode ist gut, es ist eine hervorragende Methode der Meditation und sie gründet sich auf die Wahrheit, denn Gott ist wirklich in uns. Doch so zu handeln steht nicht in der Macht eines jeden von uns – wohlgemerkt: immer nur mit Gottes Hilfe! Ich spreche von etwas Anderem: Manchmal hat man nicht einmal begonnen, an Gott zu denken, und man befindet sich in unserer „Seelen-Burg“, ohne zu wissen, wie man in sie eingetreten ist...

Diese übernatürliche Betrachtung findet nicht statt, wenn wir es wünschen, sondern nur, wenn es Gott gefällt, sie uns zu geben. Ich bin überzeugt davon, dass der Herr dieses Geschenk, wenn er es gewährt, den Menschen zugesteht, die den Dingen dieser Welt entsagt haben..., zumindest in ihrem Wollen. Diese Menschen beruft Gott in einer hervorragenden Weise zu einem innerlichen Leben. Wenn sie es verstehen, auf sein Bitten zu antworten, wird er sich nicht darauf beschränken, ihnen diese Gnade zu schenken, sobald er beginnt, sie [den geistlichen Weg] aufsteigen zu lassen.

Sie sollen den Herrn sehr loben, denn es ist nur zu gerechtfertigt, diese Gnade anzuerkennen, und ihre Anerkennung macht sie nur umso aufnahmebereiter. Denn diese Betrachtung ist eine innere Haltung, die auf Gott hören lässt: Die Seele soll es deshalb vermeiden umherzuschweifen, um ihre Aufmerksamkeit auf das zu richten, was der Herr in ihr wirkt... Nach allem, was mir scheinen will, tut der bei diesem geistlichen Werk am meisten, der weniger überlegen und handeln will. Unsere Aufgabe ist es deshalb, uns wie sehr bedürftige Arme in der Gegenwart eines Königs aufzuhalten, der reich und mächtig ist. Sie erheben ihre Stimme, um zu bitten, dann senken sie die Augen und warten demütig. Wenn es uns scheinen will, dass Gott im Geheimen uns zu verstehen gibt, dass er uns hört, dann tun wir gut daran zu schweigen, wo er uns doch gestattet hat, sich ihm zu nähern.

 

_______________________________________________________

 

Hl. Theresia von Avila (1515-1582), Karmelitin, Kirchenlehrerin

 

Der Weg zur Vollkommenheit, Kap. 32: „Dein Wille geschehe“

 

„Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.“ Alle meine Ratschläge in diesem Buch haben nur ein Ziel: uns ganz in die Hände des Schöpfers zu überantworten, unseren Willen dem seinen zu unterwerfen, uns von den geschaffenen Dingen zu lösen. Ihr werdet die große Wichtigkeit dieser Haltung verstanden haben, ich werde darüber nichts mehr sagen. Ich werde nur noch aufzeigen, warum unser guter Meister diese Bitte im Vater unser formuliert hat: Weil er weiß, wie groß der Vorteil für uns ist, dem himmlischen Vater diese Freude zu machen. Dadurch machen wir uns bereit, schnell das Ziel unserer Reise zu erreichen und uns an den lebendigen Wassern gütlich zu tun...

Das also ist die vollkommene Kontemplation, über die ihr mich zu sprechen batet... Wir können ihr nichts hinzufügen. In ihr braucht es keine Anstrengungen und keine Wissenschaft von unserer Seite; es reicht, wenn wir sagen: „Fiat voluntas tua; dein Wille geschehe.“ Und tatsächlich wäre alles, was wir in Angriff nehmen könnten durch unsere Arbeit oder unser Können, um uns die Ruhe der Kontemplation zu erwirken, nur Hindernis und Verhinderung.

Dein Wille geschehe, Herr, geschehe in mir! Auf allen Wegen und durch jede Art und Weise, die du zulässt und für richtig hältst, mein guter Meister! Wenn du meinst, dass es durch Leiden geschehen soll, dann stärke mich – und die Leiden mögen kommen! Wenn durch Verfolgungen, Krankheiten, Zerwürfnisse, Entbehrungen – hier bin ich! Ich werde mein Angesicht nicht abwenden, mein Vater. Es wäre meiner nicht würdig, zurückzuweichen. Da dein Sohn dir meinen Willen dargebracht hat, indem er dir den Willen aller Menschen anbot, wäre es nicht gerechtfertigt, wenn ich mich entzöge. Doch damit ich den Mut habe, mein Gott, so bewillige mir doch das Reich, das dein Sohn von dir für mich erbeten hat. Danach verfüge über mein ganzes Sein, wie es deinem Willen entspricht, als sei es schon ganz dir übereignet.

 

__________________________________________

 

Der Weg der Vollkommenheit, Kap. 28,9-11:

 

„Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, mit dem Herzen aber ist es weit weg von mir.“

 

Stellen wir uns vor, dass es in unserem Inneren einen reich ausgestatteten Palast gibt, der aus lauter Gold und Edelsteinen gebaut wurde, dem Meister würdig, dem er gehört. Dann sagt zu euch, meine Schwestern, dass die Schönheit dieses Gebäudes auch von euch abhängt. Und das ist wahr, denn gibt es ein schöneres Gebäude als eine reine und tugendhafte Seele? Je erhabener sie ist, desto mehr glänzen die Edelsteine. Und dann stellt euch vor, dass dieser Palast von jenem großen König bewohnt wird, der unser Vater sein wollte. Er sitzt auf einem kostbaren Thron, der euer Herz ist...

Vielleicht werdet ihr mich auslachen; und, stellt euch vor, ihr habt recht und das alles ist selbstverständlich, doch mir war es bis vor einiger Zeit unklar. Ich hatte verstanden, dass ich eine Seele habe, doch die Hochachtung, die sie verdiente, die Würde dessen, der in ihr wohnt, das hatte ich nicht verstanden. Die Eitelkeiten des Lebens waren wie ein Band, das ich mir um die Augen gebunden hatte. Hätte ich es verstanden, wie ich es heute tue, dass nämlich in diesem winzigen Palast meiner Seele ein so großer König wohnt, so hätte ich ihn nicht so oft allein gelassen. Ich wäre von Zeit zu Zeit zu ihm gegangen und hätte wenigstens das Notwendigste getan, damit der Palast weniger schmutzig ist. Was ist es doch wunderbar, wenn ich daran denke, dass der, dessen Größe tausend Welten erfüllen könnte und viel mehr noch, sich in einer so kleinen Wohnung einschließen lässt.

 

__________________________________________

 

Über die Demut schreibt sie:

 

Dadurch, dass man sich geirrt hat und den Irrtum einsieht, wird man viel gewinnen, um in der Folge das Rechte zu treffen; man erwirbt sich nämlich auf diese Weise Erfahrung.“ 

 

„Gedenke, dass du nur eine Seele hast und nur einmal sterben wirst; dass du nur ein Leben, und zwar ein kurzes, dir selbst eigenes Leben hast, dass es nur eine, und zwar ewige Glorie gibt! Auf diese Weise wirst du von vielen Dingen lassen.“

 

„Hütet euch … vor einer gewissen Art von Demut, die der Satan eingibt und die uns wegen der Schwere unserer Sünden in große Unruhe versetzt. Auch vielfache Weise pflegt er die Seelen dadurch zu verwirren … Bei allem was sie tun, fürchten sie Gefahr, und alle Dienste, so gut sie sein mögen, sind in ihren Augen nutzlos. Sie haben so geringes Vertrauen, dass sie die Arme sinken lassen und nichts Gutes mehr tun können … Die Demut, so groß sie auch sein mag, beunruhigt, verängstigt und verstört die Seele nicht, sondern bringt ihr Frieden, innere Freude und Ruhe … und befähigt sie, Gott mehr zu dienen… Ich glaube, der Teufel will uns hier zu der Meinung verleiten, wie seien demütig, und uns auf diese Art Weise möglichst dahin bringen, Gott zu misstrauen.“

 

________________________________________________________

 

 

Der Weg der Vollkommenheit, 22

„Mein Reich ist nicht von dieser Welt“

 

Du bist König auf ewig, mein Gott...; wenn man im Credo spricht: „Deines Reiches wird kein Ende sein“, erfasst mich fast immer eine ganz besondere Freude. Ich lobe dich, ich preise dich auf ewig, Herr. Dein Reich, endlich, wird ewig dauern. Lass nie zu, Herr, dass diejenigen, die das Wort an dich richten, glauben, sie könnten es nur mit den Lippen tun... Gewiss, wenn man einen Fürsten aufsucht, dann spricht man mit ihm nicht in dem gleichen lässigen Ton wie mit einem Bauern oder mit uns armen Klosterschwestern. Wie immer man mit uns spricht – es ist immer gut so.

Unser König ist offensichtlich so demütig, dass er trotz meiner Unkenntnis der Sprachregelungen mich weiterhin anhört, und dass er mir erlaubt, mich ihm zu nähern. Seine Wachen weisen mich nicht zurück; denn die Engel, die ihn umstehen, wissen sehr wohl, dass ihr König die Schlichtheit eines kleinen demütigen Hirten – der mehr sagen würde, wenn er könnte – höher schätzt als alle schönen Gedankengebäude der größten Gelehrten und Wissenschaftler, denen die Demut fehlt.

Wenn aber unser König gut ist, so ist das kein Grund, dass wir uns flegelhaft benehmen. Es ist recht und billig, dass ich seine Hoheit und Größe anerkenne – und wäre es nur, um ihm meine Dankbarkeit zu zeigen dafür, dass er eine so abstoßende Person wie mich in seiner Nähe duldet. Um das zu begreifen, genügt es wirklich, seine Nähe zu suchen... Ja, meine Töchter, geht zu ihm, aber denkt daran und begreift, wer es ist, den ihr ansprechen wollt oder mit dem ihr bereits sprecht. Selbst wenn ihr ein Leben wie das unsere tausendmal gelebt hättet, könntet ihr immer noch nicht begreifen, welche Hochachtung ein solcher Herr verdient, vor dem die Engel erzittern. Alles untersteht seinem Befehl, alles vermag er; für ihn ist Wollen soviel wie Tun. Es ist recht, meine Töchter, dass wir uns an der Größe unseres Gemahls zu erfreuen suchen; dass wir begreifen, wessen Gemahlinnen wir sind; und dass wir also auch wissen, welchen Grad an Heiligkeit unser Leben aufweisen muss.

 

____________________________________________

 

Der Weg der Vollkommenheit, Kap. 26/28

„Er stand auf und ging an einen einsamen Ort“

 

Wie sollten wir uns nicht an einen Lehrer wie ihn erinnern, der uns das Beten gelehrt hat, der uns darin unterwiesen hat mit so großer Liebe und dem heißen Wunsch, es möge uns zu Nutzen sein? ... Ihr wisst, er hat uns gelehrt, in der Einsamkeit zu beten. So hielt es unser Herr immer, wenn er betete; nicht dass er es nötig gehabt hätte, sondern weil er uns ein Beispiel geben wollte. Wir haben bereits gesagt, dass man nicht mit Gott und gleichzeitig mit der Welt sprechen kann. Nichts anderes tun ja diejenigen, die Gebete aufsagen und nebenbei dem lauschen, was man um sie herum sagt, oder die Gedanken nachhängen, die sich ihnen aufdrängen, und gar nicht daran denken, sie von sich zu weisen.

Ich spreche nicht von hin und wieder auftretenden Unpässlichkeiten, auch nicht vom Trübsinn oder mentaler Schwäche, wovon manche Menschen betroffen und beeinträchtigt sind, selbst wenn sie sich noch so sehr um innere Sammlung bemühen. Das gilt auch für jene inneren Stürme, die mitunter den treuen Dienern Gottes die Fassung rauben können, die Gott aber zulässt zu deren Vorteil. In ihrer Bedrängnis suchen sie vergeblich die innere Ruhe. Wie sie es auch anstellen, sie können sich nicht auf die Gebete konzentrieren, die sie sprechen. Ihr Geist, weit davon entfernt sich an irgendetwas festzumachen, geht auf so abenteuerliche Reisen, dass er einer Art Wahnsinn zum Opfer gefallen zu sein scheint. An dem Schmerz, den sie dabei empfinden, erkennen sie, dass sie nichts dafür können. Sie sollten sich doch nicht ängstigen... Da ihre Seele krank ist, sollten sie sich darum bemühen, ihr etwas Ruhe zu gönnen und sich einem anderen Werk der Tugend zuwenden. Genau das müssen Menschen tun, die über sich selbst wachen und die begreifen, dass man nicht mit Gott sprechen kann und gleichzeitig mit der Welt.

 

____________________________________________

 

Der Weg der Vollkommenheit, § 33-34

„So aber ist es mit dem Brot das vom Himmel herabkommt: Wenn jemand davon isst, wird er nicht sterben.“

 

Der gute Jesus, der sah, wie sehr seine Hilfe uns nottut, hat ein wunderbares Mittel ersonnen, durch das uns das Übermaß seiner Liebe für uns aufscheint. Deshalb also sprach er in seinem Namen und im Namen aller seiner Brüder dieses Gebet: „Unser tägliches Brot, Herr, gib uns heute.“ (vgl. Mt 6,11)... Er hat gespürt, dass er unsere Liebe wecken muss, indem er uns seine Liebe vor Augen stellt, und das nicht nur einen Tag lang, sondern tagtäglich. Deshalb hat er sich dafür entschieden, in unserer Mitte zu wohnen...

Ich kann meine Bewunderung nicht zurückhalten darüber, dass diese Bitte die einzige ist, in der er die gleichen Worte wiederholt. Denn zuerst betet er darum dass man uns dieses Brot täglich geben möge, dann fügt er hinzu: „Gib es uns heute.“ Das ist, als spräche er zu seinem Vater, dass er ihn uns nicht wegnehmen möge, wo er für uns dem Tode übergeben wurde und nunmehr uns gehört, sondern dass er ihn uns täglich zu Diensten sein lassen soll bis zum Ende der Welt... Wenn er spricht „Unser tägliches Brot“, dann meiner Meinung nach deshalb, weil wir ihn nicht nur auf Erden besitzen, sondern ihn auch im Himmel besitzen werden, wenn wir aus seiner Gegenwart zu leben verstehen... Wenn er sagt „heute“, dann scheinbar, um den einen Tag anzudeuten, das heißt die Dauer der Welt, denn die Welt besteht wirklich nur für einen Tag...

Der Sohn sprach denn auch zum ewigen Vater: „Da es nur um diesen einen Tag geht, gestatte mir, ihn in Knechtschaft zu verbringen.“ Gott-Vater hat ihn uns gegeben und ihn in diese Welt geschickt, weil er es wollte. Der Sohn seinerseits, durch seinen eigenen Willen, will uns nicht verlassen, sondern in unserer Mitte wohnen zur größeren Ehre seiner Freunde und zur Beschämung seiner Feinde. Er bringt diese neuerliche Bitte nur für heute vor; der ewige Vater hat uns dieses geheiligte Brot gegeben, und es ist für immer, ich wiederhole es, dass er uns diese Nahrung der Menschheit des Erlösers gegeben hat, unsere Stütze, unser wahres Manna. In diesem allerheiligsten Sakrament findet unsere Seele allen Wohlgeschmack und alle Tröstungen, die sie sich wünschen kann (vgl. Weish 16,20). Und wenn wir keinen Fehler begehen, können wir sicher sein, nicht Hungers zu sterben.

 

_______________________________________________

 

Der Weg der Vollkommenheit, Kap. 36

Alle, die ihn berührten, wurden geheilt

 

Als Jesus in dieser Welt weilte, heilte eine einfache Berührung seiner Kleider die Kranken. Warum also sollten wir zweifeln, so wir denn Glauben haben, dass er auch zu unseren Gunsten Wunder wirkt, wo er doch so innig mit uns verbunden ist in der eucharistischen Kommunion? Warum schenkt er uns nicht, was wir von ihm erbitten, wo er doch bei sich zu Hause ist? Seine Majestät zahlt seiner Gewohnheit nach nicht schlecht für die Gastfreundschaft, die man ihm in unserer Seele gewährt, wenn man ihn gut aufnimmt. Bereitet es euch Pein, unseren Herrn nicht mit den leiblichen Augen betrachten zu können? Sagt euch, dass es uns augenblicklich einfach nicht zusteht...

Doch sobald unser Herr sieht, dass eine Seele von seiner Gegenwart profitiert, enthüllt er sich ihr. Sie wird ihn wohl nicht mit den leiblichen Augen sehen, doch er wird sich ihr in gewichtigen inneren Empfindungen offenbaren oder auf viele andere Weisen. Bleibt also wohlgemut bei ihm. Verliert keine so günstige Gelegenheit, wie es die Stunde nach der Kommunion ist, um eure Belange anzusprechen.

 

________________________________________________________

 

Der Weg der Vollkommenheit, Kap. 28:


Letzte Änderung: 10.02.2013 um 03:42

Zurück