Lehre der Kirche

Wenn manche Leute den Satz "Lehre der Kirche" hören, dann verdrehen sie die Augen und stellen auf Durchzug! Dabei keinen sie kaum oder gar nicht die offizielle Lehre der römisch katholischen Kirche. Sie hören, lesen und sehen das, was viele Medien aus ihr machen.

Möchten sie wissen, was die Kirche durch ihr Lehramt wirklich sagt?

Dann nutzen sie die Unterpunkte, um das nachzulesen, was sie  schon immer interessiert hat.

Viel Freude und vor allem viel Heiligen Geist dabei!

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Kompendium zum Katechismus der Katholischen Kirche - 16

Posted by ksf (ksf) on 19.08.2010
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2.2.3 DRITTES KAPITEL: Die Sakramente im Dienst der Gemeinschaft und der Sendung

 

321. Welche Sakramente stehen im Dienst der Gemeinschaft und der Sendung?

Zwei Sakramente, die Weihe und die Ehe, verleihen eine spezielle Gnade für eine besondere Sendung in der Kirche und dienen dem Aufbau des Volkes Gottes. Sie tragen vor allem zur kirchlichen Gemeinschaft und zum Heil der anderen bei.

 

 

Das Sakrament der Weihe

 

322. Was ist das Sakrament der Weihe?

Die Weihe ist das Sakrament, durch das die Sendung, die Christus seinen Aposteln anvertraut hat, in der Kirche weiterhin bis zum Ende der Zeiten ausgeübt wird.

 

323. Warum wird dieses Sakrament Weihe („Ordination", ordo) genannt?

Ordo bezeichnet eine kirchliche Körperschaft, in die man durch eine spezielle Weihe (Ordination) eingegliedert wird. Diese Weihe gestattet aufgrund einer besonderen Gabe des Heiligen Geistes, im Namen und mit der Autorität Christi eine heilige Vollmacht im Dienst am Volk Gottes auszuüben.

 

324. Welche Stellung hat das Weihesakrament im göttlichen Heilsplan?

Vorzeichen dieses Sakramentes sind im Alten Bund der Dienst der Leviten sowie das Priestertum Aarons und die Einsetzung der siebzig „Ältesten" (Num 11, 25). Diese Vorzeichen finden in Christus Jesus ihre Vollendung. Er ist durch sein Kreuzesopfer der einzige „Mittler zwischen Gott und den Menschen" (1 Tim 2, 5) und der „Hohepriester nach der Ordnung Melchisedeks" (Hebr 5, 10). Das einzige Priestertum Christi wird durch das amtliche Priestertum gegenwärtig gemacht. „Allein Christus ist wahrer Priester, die anderen aber sind seine Diener" (hl. Thomas von Aquin).

 

325. Aus wie vielen Stufen besteht das Weihesakrament?

Es besteht aus drei Stufen, die für die organische Struktur der Kirche unersetzlich sind: Episkopat, Presbyterat und Diakonat.

 

326. Welche Wirkung hat die Bischofsweihe?

Die Bischofsweihe überträgt die Fülle des Weihesakramentes, macht den Bischof zum rechtmäßigen Nachfolger der Apostel, gliedert ihn in das Bischofskollegium ein, wo er mit dem Papst und den anderen Bischöfen die Sorge für alle Kirchen teilt, und verleiht ihm die Ämter des Lehrens, der Heiligung und des Leitens.

 

327. Was ist die Aufgabe des Bischofs in der ihm anvertrauten Teilkirche?

Der Bischof, dem eine Teilkirche anvertraut wird, ist das sichtbare Prinzip und das Fundament für die Einheit dieser Kirche, für die er als Stellvertreter Christi mit Hilfe seiner Priester und Diakone das Hirtenamt erfüllt.

 

328. Welche Wirkung hat die Priesterweihe?

Die Salbung des Geistes prägt dem Priester ein unauslöschliches geistliches Siegel ein, macht ihn Christus, dem Priester, gleichförmig und befähigt ihn, im Namen Christi, des Hauptes, zu handeln. Als Mitarbeiter des bischöflichen Standes ist er geweiht, um das Evangelium zu predigen, um den Gottesdienst zu feiern, vor allem die Eucharistie, aus der sein Dienst Kraft schöpft, und um der Hirt der Gläubigen zu sein.

 

329. Wie übt der Priester sein Amt aus?

Obwohl der Priester für eine weltweite Sendung geweiht ist, übt er sein Amt in einer Teilkirche in sakramentaler Brüderlichkeit mit den anderen Priestern aus. Sie bilden das Presbyterium und tragen in Gemeinschaft mit dem Bischof und in Abhängigkeit von ihm die Verantwortung für die Teilkirche.

 

330. Welche Wirkung hat die Diakonatsweihe?

Der Diakon wird Christus, dem Diener aller, gleichgestaltet. Er wird zum Dienst in der Kirche geweiht, den er unter der Autorität seines Bischofs ausübt. Er verrichtet Aufgaben im Dienst am Wort, in Liturgie, Seelsorge und Caritas.

 

331. Wie wird das Weihesakrament gefeiert?

In allen drei Stufen wird das Weihesakrament dadurch gespendet, dass der Bischof dem Weihekandidaten die Hände auf das Haupt legt und das feierliche Weihegebet spricht. Mit diesem Gebet erfleht der Bischof von Gott für den Kandidaten und seinen Dienst die besondere Ausgießung des Heiligen Geistes und seiner Gaben.

 

332. Wer kann dieses Sakrament spenden?

Weil sie die Nachfolger der Apostel sind, kommt es den gültig geweihten Bischöfen zu, die drei Stufen des Weihesakramentes zu spenden.

 

333. Wer kann dieses Sakrament empfangen?

Die heilige Weihe kann gültig nur ein getaufter Mann empfangen: Die Kirche weiß sich gebunden durch diese Wahl, die der Herr selbst getroffen hat. Niemand hat einen Anspruch auf den Empfang des Weihesakramentes. Er muss vielmehr von der Autorität der Kirche als für dieses Amt geeignet angesehen werden.

 

334. Wird von dem, der das Weihesakrament empfängt, der Zölibat verlangt?

Für den Episkopat wird der Zölibat immer verlangt. Für den Presbyterat werden in der lateinischen Kirche normalerweise gläubige Männer ausgewählt, die zölibatär leben und den Willen haben, den Zölibat „um des Himmelreiches willen" (Mt 19, 12) beizubehalten; in den Ostkirchen ist es nicht gestattet, nach dem Empfang der Weihe zu heiraten. Zum ständigen Diakonat können auch bereits verheiratete Männer zugelassen werden.

 

335. Welche Wirkungen hat das Weihesakrament?

Dieses Sakrament schenkt eine besondere Ausgießung des Heiligen Geistes, die den Geweihten - entsprechend der jeweiligen Stufe des Sakramentes - Christus in seinem Amt als Priester, Prophet und König gleichgestaltet. Die Weihe verleiht ein unauslöschliches geistliches Siegel. Darum kann sie weder wiederholt noch auf Zeit gespendet werden.

 

336. Mit welcher Autorität wird das amtliche Priestertum ausgeübt?

Die geweihten Priester sprechen und handeln bei der Ausübung ihres heiligen Dienstamtes nicht in eigener Autorität und auch nicht aufgrund einer Beauftragung oder Delegation durch die Gemeinschaft, sondern in der Person Christi, des Hauptes, und im Namen der Kirche. Warum unterscheidet sich das Amtspriestertum dem Wesen und nicht bloß dem Grade nach vom gemeinsamen Priestertum der Gläubigen, für dessen Dienst es von Christus eingesetzt wurde.

 

 

Das Sakrament der Ehe

 

337. Welchen Plan hat Gott für Mann und Frau?

Gott ist die Liebe. Er hat die Menschen aus Liebe erschaffen und zur Liebe berufen. Als Mann und Frau erschaffen, hat er sie in der Ehe zu einer innigen Gemeinschaft des Lebens und der gegenseitigen Liebe berufen, so dass sie „nicht mehr zwei, sondern eins" sind (Mt 19, 6). Gott segnete sie und sprach zu ihnen: „Seid fruchtbar, und vermehrt euch" (Gen 1, 28).

 

338. Wozu hat Gott die Ehe eingesetzt?

Die eheliche Vereinigung von Mann und Frau, die durch den Schöpfer grundgelegt und mit eigenen Gesetzen ausgestattet wurde, ist von Natur aus auf die Gemeinschaft und das Wohl der Ehegatten sowie auf die Zeugung und Erziehung von Kindern hingeordnet. Nach dem ursprünglichen Plan Gottes ist die eheliche Vereinigung unauflöslich, wie Jesus Christus bestätigt: „Was Gott verbunden hat, das darf der Mensch nicht trennen" (Mk 10, 9).

 

339. In welcher Weise bedroht die Sünde die Ehe?

Aufgrund der ersten Sünde, die auch den Bruch der vom Schöpfer geschenkten Gemeinschaft zwischen Mann und Frau verursacht hat, wird die eheliche Vereinigung sehr oft durch Zwietracht und Untreue bedroht. Doch in seiner unendlichen Barmherzigkeit schenkt Gott dem Mann und der Frau seine Gnade, damit sie ihre Lebenseinheit nach dem ursprünglichen Plan Gottes verwirklichen.

 

340. Was lehrt das Alte Testament über die Ehe?

Vor allem durch die Schule des Gesetzes und der Propheten hilft Gott seinem Volk, nach und nach das Bewusstsein der Einheit und der Unauflöslichkeit der Ehe zu entwickeln. Der Ehebund Gottes mit Israel ist Vorbereitung und Vorzeichen des Neuen Bundes, den Jesus Christus, der Sohn Gottes, mit seiner Braut, der Kirche, geschlossen hat.

 

341. Was ist die Neuheit, die Christus der Ehe geschenkt hat?

Jesus Christus stellt die von Gott gewollte anfängliche Ordnung wieder her. Darüber hinaus gibt er die Gnade, die Ehe in der neuen Würde eines Sakramentes zu leben, nämlich als Zeichen seiner bräutlichen Liebe zur Kirche: „Ihr Männer, liebt eure Frauen, wie Christus die Kirche geliebt hat" (Eph 5, 25).

 

342. Ist die Ehe eine Verpflichtung für alle?

Die Ehe ist nicht eine Verpflichtung für alle. Im Besonderen beruft Gott einige Männer und Frauen, dem Herrn Jesus auf dem Weg der Jungfräulichkeit oder des Zölibats um des Himmelreiches willen zu folgen. Sie verzichten auf das große Gut der Ehe, um sich um die Dinge des Herrn zu kümmern und danach zu streben, ihm zu gefallen. Sie werden so zu einem Zeichen des absoluten Vorrangs der Liebe zu Christus und des sehnsüchtigen Wartens auf sein Kommen in Herrlichkeit.

 

343. Wie wird das Sakrament der Ehe gefeiert?

Da die Ehe die Gatten in einen öffentlichen Lebensstand innerhalb der Kirche stellt, geschieht die Trauung öffentlich vor dem Priester (oder dem dazu bevollmächtigten Zeugen der Kirche) und den anderen Zeugen.

 

344. Was ist der Ehekonsens?

Der Ehekonsens ist der von einem Mann und einer Frau ausgedrückte Wille, sich einander endgültig hinzugeben, um in einem treuen, fruchtbaren Bund der Liebe zu leben. Die Ehe kommt durch den Konsens zustande, der deshalb unerlässlich und unersetzlich ist. Damit die Ehe gültig ist, muss der Konsens die wahre Ehe zum Gegenstand haben und ein bewusster und freier menschlicher Akt sein, der nicht auf Zwang oder Gewalt beruht.

 

345. Was ist erforderlich, wenn einer der beiden Gatten nicht katholisch ist?

Mischehen (Ehen zwischen Katholiken und getauften Nichtkatholiken) bedürfen der Erlaubnis der kirchlichen Autorität. Im Fall der Kultverschiedenheit (Ehen zwischen Katholiken und Ungetauften) ist zur Gültigkeit eine Dispens erforderlich. In jedem Fall ist es von grundlegender Bedeutung, dass die Gatten die Annahme der wesentlichen Zwecke und Eigenschaften der Ehe nicht ausschließen und dass der katholische Gatte die Verpflichtungen bekräftigt, den Glauben zu bewahren sowie die Taufe und die katholische Erziehung der Kinder zu sichern. Diese Verpflichtungen müssen auch dem anderen Gatten bekannt sein.

 

346. Welche Wirkungen hat das Ehesakrament?

Das Sakrament der Ehe schafft zwischen den Ehegatten ein Band, das lebenslang und ausschließlich ist. Gott selbst besiegelt den Konsens der Brautleute. Darum kann die zwischen Getauften geschlossene und vollzogene Ehe nie aufgelöst werden. Außerdem verleiht dieses Sakrament den Brautleuten die notwendige Gnade zur Erlangung der Heiligkeit im Eheleben und zur verantwortungsvollen Annahme und Erziehung der Kinder.

 

347. Welche Sünden stehen in schwerem Widerspruch zum Ehesakrament?

Solche Sünden sind: der Ehebruch; die Polygamie, die der gleichen Würde von Mann und Frau sowie der Einheit und Ausschließlichkeit der ehelichen Liebe widerspricht; die Weigerung, fruchtbar zu sein, die das eheliche Leben um die Gabe der Kinder bringt; die Scheidung, die der Unauflöslichkeit der Ehe entgegensteht.

 

348. Wann gestattet die Kirche, dass sich die Gatten dem Leib nach trennen?

Falls das Zusammenleben aus schwerwiegenden Gründen praktisch unmöglich geworden ist, gestattet die Kirche die Trennung der Gatten dem Leib nach, obwohl sie wünscht, dass sie sich versöhnen. Doch solange der Partner lebt, sind sie nicht frei, eine neue Ehe zu schließen, es sei denn, ihre Ehe ist ungültig und wird von der kirchlichen Autorität für ungültig erklärt.

 

349. Welche Haltung hat die Kirche gegenüber den wiederverheirateten Geschiedenen?

In Treue zum Herrn kann die Kirche die Verbindung der zivil wiederverheirateten Geschiedenen nicht als Ehe anerkennen. „Wer seine Frau aus der Ehe entlässt und eine andere heiratet, begeht ihr gegenüber Ehebruch. Auch eine Frau begeht Ehebruch, wenn sie ihren Mann aus der Ehe entlässt und einen anderen heiratet" (Mk 10, 11–12). Die Kirche schenkt diesen Menschen aufmerksame Zuwendung und lädt sie zu einem Leben aus dem Glauben, zum Gebet, zu Werken der Nächstenliebe und zur christlichen Erziehung der Kinder ein. Doch solange diese Situation fortdauert, die dem Gesetz Gottes objektiv widerspricht, können sie nicht die sakramentale Lossprechung empfangen, nicht zur heiligen Kommunion hinzutreten und gewisse kirchliche Aufgaben nicht ausüben.

 

350. Warum wird die christliche Familie auch Hauskirche genannt?

Weil die Familie die gemeinschaftliche und familiäre Natur der Kirche als Familie Gottes ausdrückt und verwirklicht. Alle Glieder der Familie üben gemäß der je eigenen Rolle das durch die Taufe erworbene Priestertum aus und tragen dazu bei, dass aus der Familie eine Gnaden- und Gebetsgemeinschaft wird, eine Schule der menschlichen und christlichen Tugenden und ein Ort der ersten Verkündigung des Glaubens an die Kinder.

 

Last changed: 20.08.2010 at 22:20

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